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Ein genereller Nachteil der kostenbasierten Preisbildung und insbesondere des Kosten-Plus-Verfahrens ist die Vernachlässigung kunden- und wettbewerbsorien-tierter Aspekte. Diese Problematik greift die Zielkostenkalkulation auf und bezieht den Kunden explizit in die Preisbildung mit ein. Die kostenbasierte Preisbildung war insbesondere ein typisches Instrumentarium in den Verkäufermärkten der Vergan-genheit. In den Käufermärkten der Gegenwart wird der Kunde und der Wettbewerb mehr in den Mittelpunkt gerückt. Wenn bei der kostenorientierten Preisbildung auf Vollkostenbasis echte Gemein-kosten mittels Schlüsselgrößen verrechnet werden, wird dies dem Kostenverursa-cherprinzip nie vollständig gerecht. Diese ermittelten Durchschnittskosten können im Rahmen einer Kostenpreiskalkulation zu erheblichen Preisfehlern führen. So ermittelten Tull et al. (1986) in ihrer Studie, dass die kostenorientierte Preisbildung bei knapp der Hälfte der untersuchten Konsum- und Investitionsgüterhersteller zu einer falschen Preisstellung führte. Verfolgt ein Unternehmen eine strenge Kos-tenorientierung bei der Preisbildung, wird es ihm kaum möglich sein, eine aktive Preispolitik zu betreiben, da es sich reaktiv an der jeweiligen Kostenlage orientieren wird. Ein weiterer Nachteil der kostenorientierten Preisbildung liegt in der Ver-nachlässigung der Preisabhängigkeit des Absatzes und der daraus folgenden Ab-satzabhängigkeit der Kosten, d.h., die Preise beeinflussen die Kosten, auf deren Grundlage sie berechnet wurden. Durch diesen logischen Zirkelschluss kann es zu einer Verzerrung bei der Preisbildung kommen. Aus diesen Nachteilen heraus versucht das Konzept der Preiskalkulation auf Teil-kostenbasis die entsprechenden Kosten aufzuspalten, um keine fixkostenseitige Fehlindikationen für die Preisbildung zu erhalten. Hierbei wird eine Kostenspaltung in variable und fixe Kosten vorgenommen und der Preis allein auf Basis der variab-len Stückkosten berechnet. Die kostenorientierte Preisbildung wird nachfolgend nicht näher untersucht, weil sie sich nicht am Wettbewerb und am Kundennutzen orientiert und somit kein Preispremium zu ermitteln ist.