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Durch die Veränderung politischer, technologischer und ökonomischer Rahmenbe-dingungen hat sich die Wettbewerbssituation auf den internationalen Automobil-märkten in den letzten Jahren verschärft. Die Automobilhersteller versuchten den durch die Nachfragerückgänge ausgelösten Gewinneinbrüchen mit Hilfe von Kos-tensenkungsmaßnahmen sowie Qualitätsverbesserungsprogrammen zu begeg-nen. Vor diesem Hintergrund ist zu beobachten, dass ausstattungsbereinigte Prei-se für Automobile seit 1993 leicht sanken. Die Automobilmärkte sind darüber hin-aus durch eine schnelle Konkurrenzreaktion geprägt, durch die es nicht möglich ist, über längere Zeit einen leistungsseitigen Vorteil zu erhalten. Des Weiteren finden aggressive Preispositionierungen neuer Modelle (z.B. BMW Z3) sowie offene Preis-senkungen in Volumensegmenten (z.B. Volkswagen Golf V) statt. Um trotz dieser verschärften Situation noch Wettbewerbsvorteile erzielen zu kön-nen, versuchen immer mehr Automobilhersteller, den Verlust an entwicklungs- und fertigungstechnischen Handlungsalternativen durch einen verstärkten Einsatz von Marketinginstrumenten auszugleichen. Hierbei ist insbesondere die Preispolitik als eines der wichtigsten Marketinginstrumente in den Mittelpunkt des Interesses vieler Manager gerückt. Dieser Bedeutungsgewinn ergibt sich vor allem aus den Vortei-len, die die Preispolitik gegenüber den in der Automobilindustrie eingesetzten Kostensenkungs- und Qualitätsverbesserungsmaßnahmen besitzt. Preispolitische Maßnahmen lassen sich ohne großen Zeitverzug umsetzen, wohingegen Maßnah-men zur Kostensenkung und Qualitätsverbesserung lange Planungs- und Imple-mentierungsphasen benötigen. Des Weiteren treten Nachfragereaktionen schneller als bei anderen Marketinginstrumenten ein. Einen weiteren Vorteil der Durchfüh-rung von Preismaßnahmen gegenüber Kostensenkungs- und Qualitätsverbesse-rungsprogrammen bilden die geringen Anfangsinvestitionen. Aufgrund ihrer Bedeutung und ihres dynamischen Umfeldes steht die Preispolitik in einer starken Interdependenz zu anderen Marketinginstrumenten. Die zahlrei-chen Konzepte und Modelle, die der Preispolitik zur Verfügung stehen, die oft un-gewissen Reaktionen der Konsumenten und Wettbewerber sowie das hoch kom-plexe Umfeld machen sie zu einem chancenreichen, aber auch risikoträchtigen Stellhebel der Unternehmensstrategie. So ist der Bereich, in dem Manager aus den USA und aus Deutschland heutzutage den größten Problemdruck empfinden, die Preispolitik. Im Rahmen der Preispolitik sind differenzierte Unternehmen in der betrieblichen Praxis heutzutage täglich mit dem Auf- und Ausbau von Preispremien beschäftigt. Trotzdem findet dieses Phänomen in der wissenschaftlichen Diskussion erst wenig Beachtung.

 

 

cve2002