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Der im Rahmen der nutzenorientierten Preisbildung in der betrieblichen Praxis am häufigsten verwendete Ansatz ist die Conjoint Analyse. Die Entwicklung dieser Befragungsmethode wurde maßgeblich von Green und Rao (1971) vorangetrie-ben. Die Conjoint Analyse ist eine Form der indirekten Kundenbefragung und ge-hört zu den Verfahren der Multivariatanalysen, durch die die Parameter eines vor-her festgelegten Präferenzmodells geschätzt werden sollen. Dieses Präferenz-modell sollte den kognitiven Prozess der Präferenzbildung bei den Konsumenten möglichst wirklichkeitsgetreu abbilden. Die praktikabelste Annahme ist, dass die Gesamtpräferenz für ein Produkt durch linear-additive Kombination der Teilnutzen-werte und des Preises zustande kommt. Die Conjoint Analyse selbst wird zur De-komposition von Einstellungs- und Präferenzurteilen genutzt. Ziel ist es dabei, die einzelnen Nutzenbeiträge bzw. Teilnutzenfunktionen von Merkmalsausprägungen eines Produktes zu ermitteln. Eine Besonderheit der Conjoint Analyse ist, dass bei dieser Befragungsform der Proband Kosten und Nutzen verschiedener Produkt-konzepte gegeneinander abwägt, was näherungsweise der realen Entscheidungs-findung in einer typischen Kaufsituation entspricht. Grundsätzlich können die Vollprofilmethode und die Zwei-Faktor-Methode unter-schieden werden. Bei der Vollprofilmethode werden alle vorab spezifizierten Merk-male mit ihren jeweiligen Ausprägung in das experimentelle Design eingebunden. Bei der Zwei-Faktor-Methode werden hingegen nur zwei Produktmerkmale in einer Trade-Off-Matrix, die jeweils alle Merkmalsausprägungen enthalten, zugleich ge-genübergestellt. Letztere Methode schöpft jedoch die Möglichkeiten einer experi-mentellen Erhebung nur minimal aus und findet daher in der betrieblichen Praxis kaum Anwendung. Bei den folgenden Erläuterungen wird von der Anwendung der Vollprofilmethode ausgegangen. Ein erster Schritt bei der Durchführung der Conjoint Analyse ist die Datenerhebung, welche durch die Vorlage von Produkten bzw. Produktbeschreibungen erfolgt. Die Aufgabe des Probanden ist es, sich während der Befragung für ein Produktkonzept bzw. ein Set von Merkmalsausprägungen zu entscheiden und gleichzeitig auf einer Intervallskala zu bewerten. Im nächsten Schritt, der Parameterschätzung, können durch die Anwendung von Varianz- und Regressionsanalysen die Teilnutzenfunkti-onen für jedes in die Untersuchung einbezogene Merkmal ermittelt werden. Den Abschluss der Parameterschätzung bildet die Messung des Gütemaßes, die zeigt, ob das Schätzmodell hinlänglich genaue Ergebnisse liefert. Da die Conjoint Ana-lyse lediglich Präferenzurteile über hypothetische Produkte abfragt, sollte dies mit einer Überprüfung der Realibilität und Validität erfolgen. Bei der preispolitischen Interpretation der Ergebnisse findet insbesondere für Gebrauchsgüter die Analyse nach dem First Choice Verfahren statt, bei dem die Kunden immer nur das Produkt mit dem höchsten Präferenzwert kaufen. Hierfür kann zum einen die relative Bedeutung des Teilnutzens des Preises ermittelt wer-den oder alternativ mit Hilfe einer Simulationsrechnung entsprechend des Präfe-renzmodells ermittelt werden, inwieweit eine Preiserhöhung einen Präferenzwech-sel induziert.

 

 

 

 

 

 

cve2002