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Preisstrategien bezeichnen „aufeinander abgestimmte, also ganzheitliche, und an langfristigen Unternehmenszielen ausgerichtete Ziel- und Handlungskonzepte der Preispolitik, welche auf die Erschließung und Sicherung von Erfolgspotentialen der Unternehmung abzielen.“ Die Premiumpreisstrategie im Speziellen bettet sich in den Kontext der Preisstrategien Mediumpreis-Strategie, Discountpreis-Strategie, Skimmingstrategie und Penetrationsstrategie. Wird bei der strategischen Positionierung gleichzeitig der Preis und die Leistung in Form des Preis-Leistungs-Verhältnisses betrachtet, befindet sich die Premi-umpreisstrategie in einem Umfeld mit hoher relativer Qualität und hohem relativem Preis. Nicht nur die Qualität im Allgemeinen, sondern der hohe Kundennutzen im Speziellen steht einem hohen Preis gegenüber. Kobjoll (2003) verdeutlicht die-sen Zusammenhang wie folgt: „Je höher der Nutzen ist, den wir dem Kunden bie-ten, desto weniger fällt der Preis ins Gewicht.“ Die Besonderheit dabei ist, dass der hohe Preis selbst zum Nutzenmerkmal wird, da sich durch ihn der Käufer von der Masse abheben kann. Premiummarken erhalten demnach einen Preisauf-schlag, der größer ist als das Äquivalent der funktionalen Überlegenheit. Bei der wettbewerbsorientierten Preisbildung ist das am Kundenwert des wichtigsten Wett-bewerbers relativierte Preis-Leistungsverhältnis entscheidend. Das heißt, dass Wettbewerbsorientierung nicht nur gleichbedeutend mit einer Preisunter- oder -überbietung, sondern auch eine Frage der Preisprofilierung ist. Es kann in vielen Märkten eine Polarisierung einerseits in Niedrigpreis- und ande-rerseits in Exklusivsegmente beobachtet werden. Während früher die Struktur vieler Märkte einer „Zwiebel“ (kleiner unterer Markt, breiter mittlerer Markt, kleiner oberer Markt) glich, ähnelt die Form dieser Märkte heute einer „Hantel“ (breiter un-terer Markt, kleiner mittlerer Markt, breiter oberer Markt). Durch das Verfolgen einer Premiumpreisstrategie versuchen viele Anbieter, die exklusiven Segmente anzu-sprechen. Marken, die für Qualität stehen und diesbezüglich auch Mehrleistung erbringen, können i.d.R. aus wirtschaftlichen Gründen keine Preisführer sein. Eine solche Politik würde auf lange Sicht den Markenkern „Qualität“ zerstören. Erfolgreiche Nischen-Premiumgüter sprechen eine schmale Gruppe von Käufern an, die dem Produkt auch die Treue halten. Anbieter dieses Segmentes versuchen nicht, durch Preissenkungen ihren Marktanteil zu vergrößern, sondern sie orientie-ren sich am Wettbewerb und differenzieren sich gegebenenfalls durch ein im Ver-gleich hochpreisiges Angebot.

 

 

 

 

 

cve2002